
| 1.0 | Begründung für eine Konzeption |
| 2.0 | Realisation und Organisation des Vereins |
| 2.1 | Realisation/Allgemeines |
| 2.2 | Tagesablauf/pädagogische Arbeit |
| 2.3 | Kinderladensatzung |
| 3.0 | Pädagogisches Konzept der Mitarbeiterinnen |
| 3.1 | Grundeinstellung |
| 3.2 | Pädagogische Bedingungen/Freispiel |
| 3.3 | Pädagogische Ziele/Grobziele |
| 3.4 | Feinziele |
| 3.4.1 | Sozialverhalten |
| 3.4.2 | Spracherziehung |
| 3.4.3 | Geschlechterspezifische Erziehung |
| 3.4.4 | Natur- und Umwelterziehung |
| 3.4.5 | Verkehrserziehung |
| 3.4.6 | Bewegungs- und Musikerziehung |
| 4.0 | Teamarbeit |
| 5.0 | Elternarbeit |
| 6.0 | Öffentlichkeitsarbeit |

Eine Konzeptionsschrift soll die pädagogischen Ziele des Kinderladens beschreiben. Sie legt die methodischen Ideen offen, die entwickelt wurden, um die Ziele Realität werden zu lassen.
Die Kinder, Eltern und Erzieherinnen haben ein Anrecht auf eine Konzeption. Darauf dass nach einer Konzeption gearbeitet wird, mit der sich alle Mitarbeiterinnen auseinandergesetzt haben. Eine ständige Weiterentwicklung ist wünschenswert.
Für die Eltern und neue Mitarbeiterinnen bietet sie Information zum Alltag der Kinder und einen Einblick in die pädagogische Arbeit der Einrichtung.
Mit einer Konzeption möchten wir Öffentlichkeitsarbeit betreiben.
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Träger |
Kinderladen LolliPopp e. V. |
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Anschrift |
Pfizerstrasse 2B |
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70184 Stuttgart |
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Öffnungszeiten |
Montag - Donnerstag 8:00 - 16:00 Uhr |
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Freitag 8:00 - 15:00 Uhr |
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Gruppe |
20 Kinder im Alter von 1,5 - 6 Jahre |
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inklusive 2 Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf |
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Personal |
1 Erzieherin 100%, Leitung Erzieherin, |
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Fachwirtin für Organisation und Fürung |
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1 Erzieherin 100%, Zweitkraft |
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1 Erzieherin 100%, Zweitkraft |
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1 Erzieherin 50%, Zweitkraft Heilpädagogin, Erzieherin |
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1 Praktikantin |
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1 Zivildienstleistender |
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Räumlichkeit |
Gruppenraum |
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Büro |
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Toberaum - Schlafraum - Puppenecke |
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Bad - Küche - Flur |
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Garten |
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Essen |
freies Frühstück 8:00 - 9:30 Uhr |
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gemeinsames Mittagessen 11:30 Uhr |
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Snack: 14:30 Uhr |
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| Teamzeiten | Montag: 16.00-18.00 Uhr |
| Freitag: einmal im Monat 15.00-16.00 Uhr | |
| Elternabende | montags alle 4 Wochen, 20.15 Uhr |
2.2 Tagesablauf/pädagogische Arbeit
Je nach ihrer häuslichen Situation kommen die Kinder am Morgen bis spätestens 9.30 Uhr in den Lollipopp. dort werden sie von den Erzieherinnen begrüßt. Unsere Räume und das Außengelände bieten Impulse zu freiem Spiel. Gleichzeitig schafft die Erzieherin eine vorbereitete Umgebung. Dies gibt den Kindern die Möglichkeit selbständig, freiwillig und so lange es die Gruppenregeln erlauben, bei einer Tätigkeit alleine oder mit anderen Kindern zu verweilen. Wir Erzieherinnen beobachten das Gruppengeschehen, helfen einzelnen Kindern in das Freispiel hineinzufinden, indem wir ein Rollenspiel beginnen, auf noch nicht erledigte Sachen (Puzzle, Spielplatz vom Vortag...) aufmerksam machen oder wir bieten uns als Spielpartner an. Während des Freispiels werden verschiedene gezielte Beschäftigungen für die Kinder angeboten. Das können Werkarbeiten sein, wie die Wand im Gruppenraum zu gestalten, Lieder singen, Drachenfalten, Kinderkochtag oder...
Zusammen mit den Kindern erledigen wir alltägliche Aufgaben:
- Blumen gießen
- Frühstück richten
- Nase putzen
- zur Toilette gehen
- Tisch decken/abräumen
Dadurch wird die Eigenständigkeit des Kindes unterstützt und gefördert.
Im Lollipopp gibt es ein freies Frühstück, die Kinder können zwischen 8 und 9:30 Uhr frühstücken, wann und mit wem das bleibt ihnen selbst überlassen. Montag ist Müslitag, Dienstag mit Donnerstag gibt es Vollkornbrot, Käse, Marmelade, Obst, Sprudel, Tee, Freitag gibt es Brezelfrühstück. Der allwöchentliche Stuhlkreis bietet die Möglichkeit, die Gruppe als Gemeinschaft zu erleben. So wird wahrgenommen, wer da ist, wer fehlt. Es werden Erlebnisse ausgetauscht, Wochenabläufe besprochen, Regeln neu festgelegt, Themen fürs Sommerfest besprochen und vieles mehr.
Auch sind Lieder und Spiele fester Bestandteil des Stuhlkreises.
Gegen 10 Uhr beginnt eine gemeinsame Aktivität, eventuell auch zwei Gruppen je nach Interesse und Alter der Kinder.
Zu diesen Aktivitäten gehören: Turnen, der oben beschrieben Stuhlkreis, Waldtag, Spaziergänge, Besuch von Spielplätzen, Theater, Museum, Staatsgalerie (Vorschulkinder), Freispiel im Freien, Bücherei, Besuch auf dem Markt, Einkäufe...
Wir gehen jeden Tag raus, egal ob es stürmt, schneit oder die Sonne scheint. Wir nutzen dabei unseren Garten, die naheliegenden Spielplätze und den Wald.
Freitag = Waldtag
Wir sind ein Stadtkinderladen, und um den Kindern einen Ausgleich zur städtischen Umgebung (Lärm, Schmutz...) zu bieten, ist der Freitag als Waldtag ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.
Das Spiel im Freien, Spaziergänge kommen nicht nur dem Bewegungsdrang der Kinder entgegen, sondern beinhalten bei näherer Betrachtung viele wichtige Erfahrungen. (s. Verkehrserziehung und Umwelterziehung)
Auch das Turnen ist fest integriert in unsere Lollipopparbeit. Rhythmische und meditative Elemente helfen den Kindern dabei eine bewußte Beziehung zu ihren Körpern herzustellen.
Jeden Mittag um 11:30 Uhr gibt es Mittagessen, (von den Eltern zubereitet). Das gemeinsame Essen fördert die Zusammengehörigkeit. Dabei achten wir auf eine vollwertige Ernährung.
Nach dem Mittagessen und dem Zähneputzen beginnt die Mittagsruhe:
die 1,5-3jährigen Kinder schlafen, die anderen sollen sich in dieser Zeit leise beschäftigen. (Z.B. mit Mit Mandala malen und dazugehörigem gemeinsamen Erzählen, usw.)
Nachdem alle Kinder aufgewacht sind gibt es ca. gegen 14.30 Uhr einen Snack (kleine Zwischenmahlzeit, bestehend aus dem mitgebrachten Obst der Kinder). Die Kinder können bei der Zubereitung mithelfen.
Danach Freispielphase je nach Witterung im Garten oder im Lollipopp.
Nach dem gemeinsamen Aufräumen wird die Einrichtung um 16 Uhr geschlossen.
Dieser klar strukturierte Tagesablauf, die überschaubare Gruppengröße und der gute Personalschlüssel bietet die Chance, gerade auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf, Fähigkeiten oder Kompetenzen, die das Kind aus unterschiedlichen Gründen noch nicht entwickeln konnte, spielerisch zu üben und so zu verbessern.
Integrationshilfe, verankert im KJHG § 35a oder SGB IX
Diese Unterstützung wird von den Eltern beim Jugendamt bzw. Sozialdienst, der dem Gesundheitsamt angegliedert ist beantragt, wobei wir gerne behilflich sind. Sie finanziert zusätzlich Förder- und/oder Betreuungsbedarf für das einzelne Kind, je nach Bedarf in unterschiedlichen Settings, in unserer Einrichtung. Dies können Einzelstunden mit spieltherapeutischem Inhalt oder heilpädagogische Übungsbehandlungen sein.
Darüber hinaus gehende therapeutische Maßnahmen wie z.B. Ergotherapie oder Logopädie müssen eigenständig organisiert werden. Bei der Auswahl sind wir gerne behilflich.
3.0 Pädagogisches Konzept der MitarbeiterInnen &
3.1 Grundeinstellung
Respektvoller Umgang (Rebeca Wild) und "Achtung der Würde des Kindes" (Maria Montessori). Dies bedeutet:
- Achtung vor der Selbständigkeit des Kindes
- Integration eines behinderten Kindes
- das Kind als eigenständige Persönlichkeit anerkennen und ernst nehmen
- stärken des kindlichen Selbstbewußtseins
- beachten der sensiblen Phasen
- Achtung des kindlichen Spiels
- Langeweile ist OK
- Hilfen zur selbständigen Konfliktlösung
- Wahrhaftigkeit
- Vertrauen
- Regeln an die man sich halten muß
- projektbezogen Arbeit
Das Kind hat das Recht ein Kind zu sein, es muß kein "kleiner Erwachsener" sein.
3.2 Pädagogische Bedingungen
- Bedeutung der Gruppengröße und Gruppenstruktur
Die Gruppengröße von 20 Kindern, der Personalschlüssel, die Räumlichkeiten, Eingebundensein der Eltern in den Alltag, ermöglichen eine entspannte Atmosphäre.
Für unsere tägliche pädagogische Arbeit mit Kindern, mit oder ohne besonderen Förderbedarf bedeutet das:
-die Erzieherinnen haben die Möglichkeit den Kindern Raum und Zeit zu geben.
-die Gruppe ist überschaubar, man kann die einzelnen Entwicklungsschritte und Entwicklungsprozesse beobachten, begleiten und auf probleme individuell eingehen.
-die Erzieherin hat Zeit sich jedem einzelnen der 20 Kinder zu widmen, dadurch kann man die Kinder viel besser kennen und verstehen lernen.
-die Kinder haben Rückzugsmöglichkeiten. Im räumlichen und emotionalen Sinne.
-das Altersspektrum von 1,5 - Schuleintritt ermöglicht ein weites Erfahrungsfeld im Bezug auf das Sozialverhalten, Umgang mit Stärken und Schwächen, gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz.
- Bedeutung der Wichtigkeit der Elternmitarbeit
Die Elternarbeit ermöglicht uns eine intensive Arbeit mit den Kindern. Die Eltern gewinnen durch pädagogische Dienste, bei Krnakheit oder Urlaub der Erzieherinnen Einblick in den Lollipoppalltag. Das Kochen der Eltern ist ein besonderes Erlebnis. Die Eltern und Kinder lernen sich gegenseitig kennen und die jüngeren Geschwisterkinder haben die Möglichkeit Lollipoppluft zu "schnuppern". Die Kinder genießen die Anwesenheit der Eltern.Die Eltern zeigen Interesse am Kinde/Kinderladen/pädagogischer Arbeit, das Kind und sein Betreuungsort ist Ihnen wichtig.
Die Erzieherinnen sind im ständigen Austausch mit den Eltern (s.5.0 Elternarbeit). Dies ist für die kindliche Entwicklung dienlich, auch die Eltern erleben es für Ihren Erziehungsalltag als positiv.
Die Trägerschaft durch die Eltern ist angenehm. Wir Erzieherinnen haben direkte Ansprechpartner, dadurch ist ein effizienter Arbeitsstil möglich.
Das Feedback der Eltern ist für unsere tägliche Arbeit wichtig, dadurch entstehen Impulse für unsere pädagogische Weiterentwicklung.
- Bedeutung des Personalschlüssel
Der Personalschlüssel von 3,5 Erzieherinnen, 1 Praktikantin, 1 Zivi schafft Freiräume für Mobililität (Ausflüge, Turnen, Spielplätze, Waldtag, Kulturelles, usw.) individuelle Einzelkindkontakte, Beobachtung einzelner Konfliktsituationen, pflegerische Tätigkeiten, gegenseitige Entlastung (steigert die Arbeitsqualität), Kleingruppenarbeit, eine individuelle Entwicklung des Kindes (weitgehend selbständige Konfliktlösung, Umgang mit Grenzen, freies Ausprobieren).
- Bedeutung des Freispiels
Das Freispiel ist ein wesentlicher Bestandteil des Tagesablaufs. Freispiel heißt: freie Wahl des Spiel- und Bastelmaterials, freie Wahl des Spielpartners, freie Wahl der Räumlichkeiten.
Das Freispiel bietet den Kindern die Möglichkeit ihre innere Erlebniswelt nach außen zu tragen (nach außen zu spielen) Es werden alltägliche Eindrücke aktiv verarbeitet. Hierbei ist die Raumgestaltung im Sinne der vorbereiteten Umgebung wichtig.
Ein beliebtes Medium ist das Rollenspiel mit seinen unterschiedlichsten Inhalten. Dies bietet ein breites Aktionsfeld zum Ausprobieren vielfältigster Persönlichkeitsmerkmalen. Erweitert wird das Freispiel durch das intensive erüben der unterschiedlichsten Fertigkeiten. (Kaufladen > zählen; Sandwanne > Schwungübungen; Hängematte > Gleichgewicht;
Unsere Rolle als Erzieherin ist die der aufmerksamen Beobachterin und Impulsgeberin. Wir achten das kindliche Spiel, stören es so wenig wie möglich und messen ihm einen hohen Stellenwert bei.,
- Vorbereitete Umgebung
Eine vorbereitete Umgebung ist wichtig. Dazu gehört: eine vorbereitete Erzieherin, Frischluft, Bereitstellen von Spielmaterial, ansprechender Frühstückstisch, die Dekoration der Räumlichkeit, Gliederung des Raumes, Entfernen von kaputtem Spielmaterial, eine begrenzte Auswahl an Spielmaterial, Sauberkeit
- Rolle der Erzieherinnen
wir möchten echte und verläßliche Beziehungen zu den Kindern aufbauen. Dafür ist es uns wichtig: eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Kinder wohl und angenommen fühlen; das wir uns als eigenständige Person mit unseren Stärken und Schwächen einbringen; den Kindern die Möglichkeit zu geben sich mit uns auseinaderzusetzen; uns als Spielpartner/Gesprächspartner anzubieten; Grenzen in der Erwachsenen/Kindbeziehung wahrzunehmen und zu respektieren.
Dieser "Beziehungspflege" geht eine professionelle Teamarbeit voraus. Um dies zu ermöglichen sind die wöchentlichen Teamsitzungen ein wichtiger Grundpfeiler unserer pädagogischen Arbeit. Hier strukturieren wir unsere Arbeit (Wochenpläne, Projekte, Termine usw.) reflektieren die Gruppengeschehnisse, tauschen uns gegenseitig aus und greifen neue Impulse auf.
Unsere Maßstäbe an uns sind: Offenheit, Kritikfähigkeit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Reflexionsfähigkeit.
Der regelmäßige Austausch mit den Eltern (s. 5.0 Elternarbeit) vervollständigt unserer Meinung nach die notwendigen Bedingungen zur pädagogisch sinnvollen "Beziehungspflege".
- Rolle der Praktikantin
Der Lollipopp bietet ein breites Lern- und Experimentierfeld zur Aneignung vielfältiger Fähigkeiten hin zu ihrem Berufsziel Erzieherin. Die Praktikantin ist ein vollwertiges Teammitglied. Wir erwarten von ihr Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit. Durch das Ausbildungsverhältnis fließen neue Impulse in unsere pädagogische Arbeit ein.
- Rolle des Zivis
Die Hauptaufgabe unseres Zivis sind die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (s. Anhang) Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, den Kindern einen männlichen Gesprächs- Spielpartner zu bieten. Des weiteren wird ein anderes männliches Rollenbild vorgelebt. Die Anwesenheit von Praktikantin und Zivi entlastet den Lollipoppalltag.
3.3 Pädagogische Ziele/Grobziele
Achtung und Förderung der Selbständigkeit. Durch das schaffen von Freiräumen zur Erprobung der kindlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten innerhalb der vorbereiteten Umgebung und durch Förderung der Selbständigkeit und Eigeninitiative.
"Hilf mit es selbst zu tun" (M. Montessori)
Hilfe bei der Persönlichkeitsentwicklung. Durch Förderung der Sensibilität, der Wahrnehmung und durch das Bewußtmachen der kindlichen Gefühle, d.h. über Gefühle sprechen, Gefühle zulassen und sich gegenseitig zuhören.
Integration. Die Kinder können durch das Zusammenleben Ähnlichkeiten wie Verschiedenheiten im Anderen entdecken und dabei lernen, toleranter zu sein und auch mit eigenen Stärken und Schwächen besser umzugehen.
Stärken des kindlichen Selbstbewußtseins. Durch eine ausgeglichene Atmosphäre, durch konstruktive Konfliktlösung, durch die Möglichkeit sich zurückzuziehen zu können, durch die Achtung vor allem Lebendigen und vor der Würde der Dinge, durch das gemeinsame Aufstellen von Regeln und das Einhalten dieser.
Beachten der sensiblen Phasen. Durch eine ganzheitliche Förderung und Planung unserer pädagogischen Arbeit in Anlehnung an den situationsorientierten Ansatz (Armin Krenz). Individuelle Entwicklungsfortschritte und gruppendynamische Prozesse beobachten und im Team/Elternabend besprechen.
Förderung der Kreativität. Durch vielfältige Lösungsmöglichkeiten die gemeinsam mit dem Kind/Kindern erarbeitet werden. Die Eigeninitiative des Kindes ist für die Kreativitätsentwicklung unabdingbar, d.h. Schablonen sind zu vermeiden. Die kindliche Phantasie soll nicht durch abwertende Bemerkungen der Erwachsenen beeinflußt werden.
3.4 Feinziele
3.4.1 Sozialverhalten
Unsere Ziele sind:
- Selbstbewußtsein
- Kontaktfähigkeit/Selbständigkeit
- Selbsteinschätzung
- Kooperationsfähigkeit
- Verantwortungsbewußtsein
- mit Konflikten umgehen
- Toleranz
- Partnerschaft
- Erkennen und Einhalten von Regeln und Grenzen
Unser Weg dorthin:
Die Kinder sollen fähig werden eigene Kontakte zu einzelnen Kindern, Erwachsenen und der Gruppe aufzunehmen und zu pflegen.
Eingliederung des einzelnen Kindes in die Gruppe durch bestimmte Verhaltensweisen/Regeln:
- Rücksichtnahme (beim Essen, Schlafen, Mittagsruhe)
- Sachgemäßer Umgang mit dem Spielmaterial (Spielregeln)
- Verzicht lernen
- Hilfsbereitschaft (Ältere helfen Jüngeren)
- Selbstbehauptung: eine eigene Meinung bilden und auch vertreten aber auch die Grenzen der Anderen respektieren
- Wünsche äußern
- entwickeln einer Streitkultur
Dabei sind wir uns unserer Vorbildfunktion bewußt. Durch diesen klar strukturierten Rahmen können sich die Kinder wohl und geborgen fühlen.
Meinungsverschiedenheiten bedeuten nicht Feindschaft, es kommt darauf an den anderen zu achten und menschlich miteinander umzugehen.
Mit den Kindern leben und lernen Vorbild zu sein.
Die Kinder sollen lernen eine Streitkultur zu entwickeln.
Vertragen und nicht schlagen >Gespräche über Konflikte
Einige Angebote im Lollipopp zum Thema Sozialverhalten:
- Rollenspiele
- Spiele gegen Aggression
- Selbständigkeit im Freispiel
- "Spielen ohne Zeug"
- gemeinsames Mittagessen
- Feste und Feiern
3.4.2 Spracherziehung
Unsere Ziele:
- Aufbau eines umfangreichen Wortschaftes
- Kennenlernen des Sprachorgans
- Gefühle benennen
- "zu Hören" können
- Sprachgestaltung
- Spracherwerb lernen
- gepflegter Umgang mit der Sprache
- Sprache als wichtiges Hilfsmittel zur Konfliktlösung
- Kennenlernen von anderen Sprachen
- Sprache als künstlerischer Ausdruck
- versch. Sprachqualitäten zu unterscheiden (Verletzen, Vermitteln, Freude, Trauer,...)
Unser Weg dorthin:
Wir schaffen Situationen in denen Gespräche möglich sind:
- freies Vesper
- beim Malen
- im Garten
- Rollenspiele
- Konfliktlösung
- beim Telefonieren
- Bilderbuchbetrachtungen
Wir versuchen bei den Kindern die Freude an der Sprache zu wecken:
- rhythmische Sprachspiele
- Wortneufindungen
- Reime/Kniereiteverse
- Zungenbrecher
Durch den monatlichen Büchereibesuch und unsere Leseecke animieren wir die Kinder zur Buchbetrachtung und zum Bücher lesen.
Für uns ist es wichtig unser eigenes sprachliches Vorbildverhalten im gegenseitigen Austausch zu reflektieren.
Wir respektieren die kindliche Ausdrucksweise und geben sie wenn nötig in unseren Worten wieder (Babysprache)
Wir lernen die verschiedenen Sprachqualitäten zu unterscheiden (Verletzen, Vermitteln, Freude Trauer...)
Einige Angebote im Lollipopp zum Thema Spracherziehung:
- Stuhlkreis
- Bilderbuchbetrachtungen
- Fingerspiele
- Kinder selber Geschichten erzählen lassen
- Lieder
- Theaterbesuch
- Besuch von Paula
- wiederholtes Benennen von Spielmaterial, Gegenständen und Personen
- Kleingruppen für die jüngeren zum Spracherwerb
3.4.3 Geschlechterspezifische Erziehung
"Brave Mädchen - Böse Bübchen"
Wir wollen Rollenklischees in der Erziehung wahrnehmen und verändern
Im Spiel besteht die Möglichkeit neue Handlungsmuster auszuprobieren und spielerisch Rollengrenzen zu überschreiten. Bei uns finden die Kinder auch männliche Vorbilder (Zivi und Väter die Kochen und hauswirtschaftliche Tätigkeiten erledigen.
Angebote im Kinderladen Lollipopp richten sich immer an beide Geschlechter, z.B. Turnen, Kochen, Handarbeiten
Geschlechtergerechtes Sprachverhalten: ist ein Beitrag, einseitige Rollenzuweisungen aufzubrechen und zu verändern, z.B. wir sagen Arzt/Ärztin, Ritter/Ritterin, Katze/Kater... Eine bewußte, kritische Überprüfung des eigenen Sprachverhalten ist ein wichtiger schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung.
Doktorspiele und Körperlichkeit sind bei uns kein Tabuthema.
3.4.4 Natur- und Umwelterziehung
Die Umwelt ist Quelle aller Eindrücke, die auf das Kind einwirken. Sie übt eine unglaubliche Anziehungskraft auf das Kind aus und weckt in ihm den Wunsch und das Bestreben, seine Umwelt mit allen Sinnen zu entdecken und sich mit ihr zu beschäftigen.
Umweltentdeckungstouren (Entdecken, verstehen, Be-greifen, Schützen)
Unsere Ziele sind, dass
- die Kinder in der Lage sind, ihre Umwelt bewußt wahrzunehmen und genau zu beobachten.
- die Kinder Interesse an ihrer Umwelt zeigen und selbständig auf Entdeckungstour gehen können
- die Kinder Umweltbewußtsein und Verantwortlichkeit entwickeln für sich und andere.
- die Kinder vielfältige Kenntnisse in verschiedenen Bereichen der Umwelterziehung besitzen (Ernährung, Wald, Müll,...)
Einige Angebote im Lollipopp zum Thema Natur- und Umwelterziehung:
- Jahreszeitenecke
- Unser Garten (pflegen, pflanzen, ernten, verarbeiten)
- Müll trennen und vermeiden
- Experimente mit den Elementen (Feuer, Wasser, Erde, Luft)
- Basteln und Gestalten mit Naturmaterialien
- Naturbeobachtungen
- Schnittblumenpflege
- Besuch in Museen
- Besuch in der Wilhelma
- Waldtag (Waldaufgabe)
- Verkehrserziehung
- Waldwochen
3.4.5 Verkehrserziehung
Die Kinder werden täglich mit dem Straßenverkehr konfrontiert. Morgens auf dem Weg in den Lollipopp, bei Aktivitäten im Kinderladen und auf dem Weg nach Hause.
Wir wollen die Kinder nicht vom Verkehr fernhalten, sondern wir bringen den Kindern den richtigen Umgang mim Straßenverkehr bei.
So erlangen die Kinder Sicherheit im Straßenverkehr, lernen Gefahren zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Dabei machen wir uns immer wieder bewußt, dass Kinder den Verkehr aus einer anderen Sichtweise/Sichthöhe wahrnehmen. Daran orientiert sich unser Regelverhalten.
Die Kinder lernen das sichere Ein- und Aussteigen in öffentliche Verkehrsmittel. Wir vermitteln den Kindern, wie sie sich in kritischen Situationen verhalten können, z.B. Kontaktaufnahme zum Fahrer... Bei den älteren Kindern legen wir Wert darauf, dass sie wissen, wo der Fahrerruf ist.
Außerdem lernen wir den Stadtteil besser kennen, in dem wir leben und arbeiten und finden uns darin gut zurecht.
3.4.6 Bewegungs- und Musikerziehung
Unsere Ziele:
- Bewegung als Ventil von Aggression
- Rhythmus und Bewegung in Einklang bringen
- Koordinationstraining
- Sinnesschulung
- Grenzerfahrung
- Schulung des Gehörs
- Spaß an Musik- und Bewegungsarten
- Kennenlernen von verschiedenen Musikinstrumenten und deren Umgang
- Schulung des Gleichgewichtssinn
- Musik als Kommunikationsmittel
- Musik als Ruhepol
- Verstärkung des "Wir-Gefühls" durch singen
- Musik als künstlerischer Ausdruck
- Musik als Hilfsmittel zum Spracherwerb
- Kennenlernen des Sprachorgans
Unser Weg dorthin:
Bewußt musikalische Elemente und Bewegung in die tätliche Arbeit einzubinden.
Bewegung und Musik als wesentlicher Bestandteil des Stuhlkreises
Umgang und Ausprobieren mit den Instrumenten und Turngeräten
zum Turnen motivieren
Bewegung an der frischen Luft. Wir gehen jeden Tag raus.
Aktives Mitgestalten der Kinder an musischen, rhythmischen Bewegungselementen.
Durchführung von Aktivitäten in Groß- und Kleingruppen und mit einzelnen Kindern.
Einige Angebote im Lollipopp zum Thema Bewegungs- und Musikerziehung:
- Turnen
- Stuhlkreis
- Rhythmikangebote
- Toberaum (Rennen, Kissenschlacht...)
- Hängematte
- Garten
- Spaziergänge
- Stelzenlaufen
- Klanggeschichten
- Kassetten
- Singspiele
- Lieder
- Kniereiteverse
In unserer Einrichtung arbeiten Mitarbeiterinnen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Begabungen, Ausbildungen, Einstellungen und Zielsetzungen. Die Vielzahl dieser Voraussetzungen bereichert die Arbeit.
Die Arbeit im Team ist ein Lernfeld für Offenheit, Konfliktfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, Koordinationsfähigkeit, Solidarität und für den Umgang mit Kritik.
Ein Protokollbuch dokumentiert unsere Teamarbeit.
Bei den Gesprächen geht es unter anderem um pädagogische, organisatorische, konzeptionelle und gruppenspezifische Fragen.
Durch die gemeinsam geplanten und vorbereiteten, einmal jährlich stattfindenden Betriebsaufsflügen und Klausurwochenenden, schaffen wir uns den notwendigen Raum zum intensiven Austausch und Pflege des Teams.
Zum Team gehören >siehe Team.
Die Elternarbeit ist notwendig um eine Vermittlung zwischen öffentlicher und privater Erziehung zu schaffen. (Lollipopp - Elternhaus)
Da es sich beim Kinderladen LolliPopp e. V. um eine Eltern-Kind-Gruppe handelt, gibt es hier eine besondere Form der Elternarbeit. Diese unterscheidet sich im folgenden von anderen Einrichtungen mit kirchlichen oder städtischem Träger.
- Aufnahmegespräch
- Elternabende alle 4 Wochen in den Elternhäusern
- Entwicklungsgespräche mindestens einmal im Jahr
- Tür- und Angelgespräche
- Telefonate
- Gespräche während des Koch- oder Elterndienstes
- Schwarzes Brett
- Info-Ordner
- gemeinsame Gestaltung der Einrichtung und des Außengeländes
Nicht vergessen sollte man die jährlichen Feste und Feiern, die Wochenendfreizeit, bei denen sich viele Möglichkeiten ergeben um in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen.
Öffentlichkeitsarbeit ist Werbung um öffentliches Vertrauen
Unsere Ziele:
Durch unsere ÖA wollen wir unseren Erziehungsbereich transparent machen.
Der Kontakt mit unseren Nachbarn ist uns wichtig.
Wir wollen keine Verinselung der Einrichtung und suchen den Kontakt und Austausch mit anderen Einrichtungen und Erzieherinnen.
Wir möchten die Öffentlichkeit vom Wert und der Wichtigkeit unserer Arbeit überzeugen.
Unser Weg dorthin:
Einhalten der Kehrwoche
Grüßen der Nachbarn
regelmäßiger Besuch der Erzieherinnentreffs der Stuttgarter Kinderläden
Ausflüge
Teilnahme am öffentlichen Leben
Kontakt mit Elternseminar, Fachschulen, Technische Hochschule...
Erstellung und Bearbeitung einer Konzeption
Tag der offenen Tür
Kinderflohmarkt
Ich frag mich seit'ner Weile schon...
den Kopf zurückgeneigt, um fragend zu mir hochzusehen,
die kleine warme Hand in meiner, gehst du neben mir.
Das heißt, eigentlich mußt du schon eher laufen als gehen,
auf einen meiner Schritte kommen drei von dir,
und atemlos erzählst du von all den Begebenheitn,
Gedanken und Geschichten, die dir grad im Kopf rumgeh'n
übersiehst dabei nichts am Weg und zeigst mir Winzigkeiten,
die hab' ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr geseh'n-
Ich frag mich seit'ner Weile schon: wer gibt hier wem eine Lektion,
wer gibt hier wem im Leben Unterricht.
ich glaub ja bisher, dass ich derjen'ge wär,
nun seh' ich mehr und mehr, ich bin es nicht.